„EIN ZUKUNFTSPROJEKT FÜR ALLE BÜRGER“

FOTOVOLTAIKANLAGE SOLL EIN SONNENGESPEISTES LEUCHTTURMPROJEKT FÜR DIE REGION SEIN – FÜHRUNGEN BEIM BESICHTIGUNGSTAG

23.09.2015, Rhein-Neckar-Zeitung, Kraichgau

Kirchardt. (isi) Den landesweiten Energiewendetag nutzte die Energeno für ein großes Fest an der neuen Freiflächen-Fotovoltaikanlage am Rande der Gemeinde Kirchardt. Quasi unter der Autobahn – im Feldwegtunnel am Hatzbrunnenweg – gab es Kaffee und Kuchen vom Förderverein der Birkenbachschule und viele Mitglieder der am Projekt beteiligten Energiegenossenschaften informierten sich vor Ort über das „Leuchtturmprüjekt“ – wie es der Vorstand der Bürgerwerke, Felix Schäfer, bezeichnete.

Mehr als 1000 Bürger sind finanziell an der Fotovoltaikanlage beteiligt – vier Energiegenossenschaften ziehen dafür an einem Strang. Neben der Energeno Heilbronn-Franken, die 55 Prozent der Anteile hält, haben sich wie bereits berichtet die Bürgerenergiegenossenschaft Adersbach-Sinsheim-Kraichgau, die Bürgerenergie Neckar-Odenwald sowie die Bürgerenergie Zabergäu mit jeweils 15 Prozent beteiligt. Drei Millionen Euro wurden investiert; um künftig drei Millionen Kilowattstunden Energie im Jahr zu produzieren. Das deckt den Durchschnittsbedarf von 950 Haushalten.

Und diese Energie wird nicht einfach ins Stromnetz eingespeist: Über die Bürgerwerke Heidelberg, einer Dachgenessenschaff für die Stromlieferung, köhnen die Genossenschaftsmitglieder diesen Strom auch direkt beziehen.

„Wir haben das Vertrauen vieler Menschen gewonnen“, freute SIch Energeno-Vorstand Hartrnut Ehrmann. Allein durch die Anlage in Kirchardt konnten mehr als 50 neue Genossenschaftsmitglieder gewonnen werden, so Projektleiter Daniel Knoll. Seit dem Spatenstich am 12. August sind 11 315 Module auf Metallständern entlang der Autobahn sowie auf der benachbarten ehemaligen Erddeponie aufgestellt worden. Die Trafostation wird in  wenigen Wochen am südlichen Ende der Anlage aufgestellt, dann kann der Solarstrom ins Netz eingespeist werden. Zudem müssen noch die rund zehn Kilometer Kabel im Boden eingelassen und etwa vier Kilometer Zaun um die Anlage herum gebaut werden. „Wir wollen heute die Gelegenheit nutzen, ‚danke‘ zu sagen. Ohne Sie hätte das hier nicht entstehen können“, richtete sich Ehrmann an die Mitglieder. Viele von ihnen waren mit dem Fahrrad von Heilbronn oder Sinsheim aus gekommen.

„Wir sind stolz auf unseren Beitrag zur Energiewende“ , so. Bürgermeister Rudi Kübler. Innerhalb von einem Jahr haben die Gemeinde als Grundstückseigentümerin und der Gemeinderat alle Hürden wie Flächennutzungsplan und Bebauungsplanverfahren innerhalb des Grünzugs gemeistert, um auf dem Gelände der früheren Erddeponie ein „Zukunftsprojekt für alle Bürger“ zu schaffen. Mit einem Gruppenfoto für alle Beteiligte vor der neuen Anlage, Führungen entlang der Anlage sowie von der Feuerwehrkapelle Kirchardt musikalisch begleitet gab es einen gemütlichen Ausklang des Energiewendetages.

Bildunterschrift: Zum ersten Mal wurde der landesweite Energiewendetag auch in Kirchardt gefeiert – und zwar an der in den vergangenen Wochen neu entstandenen Fotovoltaikanlage. Foto: Schmiedl