ENERGIEWENDE GREIFBAR MACHEN

BÜRGER INFORMIEREN SICH BEI AKTIONSTAGEN – PHOTOVOLTAIK-ANLAGE AN DER A6 VORGESTELLT

21.09.2015, Heilbronner Stimme, Region Heilbronn
21.09.2015, Kraichgau Stimme, Nachbarschaft

Von unseren Redakteuren Simon Gajer und Reto Bosch

Die Energiewende wird für die Bürger sichtbarer. Das Atomkraftwerk GKNI in Neckarwestheim wurde abgeschaltet, dafür entstehen große Photovoltaik-Anlagen oder Windkraftanlagen – wie derzeit im Harthäuser Wald. Die vielen Facetten der Energiewende zeigten die Informationstage am Wochenende.

In Kirchardt haben vier Genossenschaften ihr gemeinsames Drei-Millionen-Euro-Projekt vorgestellt. Unter Federführung der Energeno Heilbronn-Franken sind dort im August in weniger als drei Wochen 11 300 Photovoltaik-Module auf der ehemaligen Erddeponie und auf dem A6-Lärmschutzwall errichtet worden. „Es war eine Punktlandung“, sagte Hartmut Ehrmann, der einer der Energeno-Vorstände ist. Um in den vollen Genuss der Einspeisevergütung zu kommen, musste die Anlage bis Ende August stehen. Jeder Verantwortliche habe in diesen Tagen abgenommen, erzählte Ehrmann. Jetzt kann er darüber schmunzeln, dass mal Winkel fehlten oder zusätzliche Bautrupps eingeflogen werden mussten. Während des Baus hätte er darauf verzichten können. „Für mich war es stressig.“

Energeno hält 55 Prozent an der Energeno Kirchardt GbR, an der auch Bürger-Energie Zabergäu beteiligt ist. Der Strom wird noch nicht ins Netz eingespeist. Der benötigte Trafo kommt vermutlich erst Ende Oktober oder Anfang November. Derzeit bleibt der Standort bei Kirchardt für Energeno das einzige Projekt entlang einer Autobahn, die Genossenschaft investiert als nächstes in Südbrandenburg und arbeitet mit einem Betrieb in Talheim zusammen.

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150 Veranstaltungen

In ganz Baden-Württemberg organisierten rund 150 Veranstalter Aktionen und Tage der offenen Tür, erklärt das Landesumweltministerium in einer Pressemitteilung. „Die Vielzahl der Veranstaltungen zeigt, dass die Energiewende uns alle betrifft und wir nur gemeinsam dieses Generationenprojekt erfolgreich gestalten können“, sagt Minister Franz Untersteller. Einblicke boten beispielsweise auch Führungen durch Biogasanlagen oder Wasserkraftwerke. red